Schöffel, Kärcher & Co. – die Corona-Stars der deutschen Wirtschaft

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In der Krise zeigt sich der Charakter, heißt es. Wer in der Pandemie bislang Format bewiesen hat – und wer nicht.

Wenn das Jahresende näher rückt, ist es Zeit für eine Bilanz. Wir haben uns deshalb gefragt: Welche Eigentümer und Manager haben 2020 bewiesen, dass „verantwortungsbewusste Unternehmensführung“ für sie mehr als eine Floskel ist? Bei unseren Recherchen und Debatten haben sich die folgenden Corona-Stars herauskristallisiert:

  • Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn richtete einen Hilfsfonds für Mieter in Not ein.
  • Kärcher-CEO Hartmut Jänner zahlt Mitarbeitern, die nicht ins Homeoffice wechseln können, monatliche Prämien.
  • Modeunternehmer Peter Schöffel hat Zulieferern Waren abgekauft, die er nicht brauchte.
  • Marc und Günther Fielmann stockten das Kurzarbeitergeld auf.
  • Conti-Personalchefin Ariana Reinhart will Kurzarbeit nutzen, um Mitarbeiter fit fürs digitale Zeitalter zu machen.

Vertrauen gewonnen, Unternehmen gestärkt

Was sämtliche Beispiele gemeinsam haben: Entscheider schauen trotz des hohen Drucks und großer Unwägbarkeiten nicht allein auf die Zahlen. Sie denken zugleich an die Menschen, die ein Unternehmen ausmachen – an die Mitarbeiter, an die Kunden, an die Lieferanten.

Damit haben die Corona-Stars nicht nur Haltung bewiesen, sondern auch Vertrauen gewonnen und die Unternehmenskultur gestärkt. Deshalb steigt die Chance, nach der Krise zu reüssieren.

Anders sieht es bei jenen aus, die Mitarbeiter mit knappen Zeilen in Kurzarbeit schickten, Kunden Kulanz verweigerten oder Geschäftspartner hinhielten. Und wer derlei wie Adidas-Chef Kasper Rorsted trotz prall gefüllter Kassen tat, wird besonders lange brauchen, um Vertrauen zurückzugewinnen.