Aufsichtsräte, verteidigt die Demokratie!

Freiheitsstatue

Wer unternehmerisch denkt, muss klare Kante gegen Populisten zeigen. Plädoyer für einen konsequenteren Wirtschaftslobbyismus.

Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht. Aber uns gehen die Bilder vom Sturm aufs Capitol nicht aus dem Kopf. Die Ereignisse haben uns allen mit brutaler Deutlichkeit vor Augen geführt, wie fragil unsere Demokratie ist. Sie ist nicht selbstverständlich und unumstößlich, sondern eine Errungenschaft, die es zu verteidigen gilt.

Und machen wir uns nichts vor: Trump ist kein singuläres US-amerikanisches Phänomen, sondern Ausdruck eines rasanten Wandels, der (gefühlte) Verlierer produziert und Menschen verunsichert. Da sicher dieser Wandel tendenziell beschleunigt, ist absehbar, dass unsere Gesellschaft „gereizt“ bleibt – ein fruchtbarer Nährboden für Populisten und Antidemokraten.

Was bedeutet das für Vorstände und Aufsichtsräte? Wir sind überzeugt, dass es keine Option mehr ist, „unpolitisch“ zu sein. Verantwortungsbewusste Führung und Überwachung heißt nicht zuletzt: Haltung zeigen und Werte vorleben – nach innen, aber auch nach außen. Denn das fördert Mitarbeiter- und Kundenbindung gleichermaßen.

Anti-Populismus als Ausdruck unternehmerischen Denkens

Und wir haben noch einen weiteren Grund im Angebot: Die liberale Demokratie mit ihrer Kombination aus persönlicher und wirtschaftlicher Freiheit bietet die besten Voraussetzungen, Unternehmen zum Erfolg zu führen. Sie zu verteidigen, ist deshalb nicht nur ein Indiz für gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, sondern zugleich Ausdruck langfristigen unternehmerischen Denkens.

Kein Wunder, dass Familienunternehmer wie Reinhold Würth oder Nicolas Stihl längst klar Flagge gezeigt haben – gegen Populismus und für Europa.  Klassische Vorstände und Aufsichtsräte tun sich damit bisweilen noch schwer, weil sie einen Shitstorm, den Bannstrahl der chinesischen Regierung oder Boykotte von AfD-Wählern fürchten.

Wir sind überzeugt: Derlei Zurückhaltung ist nicht im Sinne des Unternehmens. Und wer gerne Steuersenkungen und Bürokratieabbau fordert, kann ohnehin nicht reklamieren, er wolle sich aus der Politik raushalten. Die liberale Demokratie ist zentraler Pfeiler eines wirtschaftsfreundlichen Umfelds – und ihr Erhalt damit ein Ziel, für das es erst recht zu lobbyieren lohnt.

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