Paul Achleitners Coup bei der Nachfolgeplanung

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Die Ex-Investmentbankerin Mayree Clark entscheidet, wer neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bank wird. Warum sie eine gute Wahl treffen wird.

Unternehmen mit den besten Aufsichtsräten und Vorständen identifizieren: Das war der Ansatz des Fondsinitiators Eachwin Capital, den Mayree Clark nach ihrer Investmentbanking-Karriere gründete. Die Amerikanerin hat also ein Faible für Corporate Governance – und das soll nun der Deutschen Bank zugutekommen.

Denn Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat Clarke, die er vor drei Jahren in sein Gremium holte, mit einer heiklen Mission betraut: Die 64-Jährige soll als Vorsitzende des Nominierungsausschusses seinen Nachfolger auswählen.

Damit hat der vielkritisierte Chefkontrolleur, der im Mai aufhört, kurz vor Schluss sein Meisterstück abgeliefert. Schließlich hat Mayree Clarke nicht nur ein Gespür für Menschen, Teams und Gremien: Vor allem hat sie keine Verbindungen zu den Old Boys Clubs und Netzwerken der Deutschland AG.

Dreimal „W“: Die Kandidaten für den Aufsichtsratsvorsitz

Das ist ein Vorteil für den künftigen Aufsichtsratsvorsitzenden, weil niemand unterstellen kann, dass persönliche Sympathie oder gar Kumpanei den Ausschlag gegeben hätten. Und mit genau diesem Vorwurf ist zu rechnen, wenn es einer der drei am heißesten gehandelten Aufsichtsräte wird.

Denn Theo Weimer, Frank Witter und Norbert Winkeljohann eint nicht nur das „W“ am Anfang des Nachnamens: Sie sind weiß, männlich und gehören denselben Generationen und Kulturkreisen an (Gender-Aktivisten würden vermutlich von „old white men“ sprechen).

Das heißt natürlich keineswegs, dass sie keine geeigneten Kandidaten sind. Aber der Blick anderer alter weißer Männer ist vermutlich getrübt, weil Menschen sich oft zu Zeitgenossen hingezogen fühlen, die ihnen ähnlich sind. Königsmacherin Clarke dürfte da objektiver sein.